Yves de Mestral sorgt dafür, dass Schulden beglichen werden und Gläubigerinnen zu ihrem Geld kommen. Gleichzeitig hinterfragt er die Wirkung des Systems und mischt sich in die Politik ein. Gespräch mit einem unkonventionellen Betreibungsbeamten.
Welche Rolle spielen sie für Einzelne, Firmen und Staaten? Wie schaffen sie Möglichkeiten, und wie verbauen sie sie?

Schulden – ein Thema, das mit jedem Artikel, den man darüber liest, nicht nur spannender wird, sondern auch komplexer. «Gefühlt» (wie meine heranwachsenden Jungs sagen würden) alle haben Schulden: Privatpersonen, Firmen, Staaten. Es gibt sie zudem schon lange, schon länger als Geld. Ja, David Graeber und eine ganze Reihe anderer Anthropologinnen und Anthropologen gehen davon aus, dass sie fest zum Menschsein gehören.
Yves de Mestral sorgt dafür, dass Schulden beglichen werden und Gläubigerinnen zu ihrem Geld kommen. Gleichzeitig hinterfragt er die Wirkung des Systems und mischt sich in die Politik ein. Gespräch mit einem unkonventionellen Betreibungsbeamten.
In der Schweiz sind junge Menschen nicht unbedingt stärker verschuldet als ältere. Doch sie häufen vermehrt Rückstände bei Steuern und Krankenkassenprämien an. Die Vermittlung praktischer Finanzkompetenz könnte hier Abhilfe schaffen.
Schulden sind nicht nur für Private eine Last, sie können es auch für Staaten sein. Werden da koloniale Machtverhältnisse einfach monetär weitergeschrieben, wenn Länder aus dem globalen Süden nicht mehr aus den Schulden herauskommen? Ist das womöglich gewünscht?
Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine rekordtiefe Schuldenquote. Dass trotzdem weiter gespart wird, obschon in vielen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Investitionen nötig sind, hat vor allem einen Grund: die rigide Anwendung der Schuldenbremse.
Das Schweizer Rechtssystem ermöglicht es Unternehmen, Konkurs anzumelden, ohne dass dies allzu schmerzhaft ist. Ein Sicherheitsnetz, das Innovation und das Recht auf Fehler unterstützt. Allerdings wird es manchmal auch zu betrügerischen Zwecken missbraucht.
Dinge heute zu kaufen und erst später zu zahlen, ist heute kinderleicht. Möglich gemacht hat dies die Kreditkarte. Ihre Geschichte nahm vor knapp hundert Jahren ihren Lauf. Heute ist sie aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken – und mit ihr die Frage: Hab ich Kredit?
Schulden werden gesellschaftlich ganz unterschiedlich gewertet – je nachdem, wer sie macht. Auch was Schuldnerinnen und Schuldner an Geld, Status und Beziehungen mitbringen, bestimmt massgeblich, welche Auswirkungen Schulden auf sie haben. Warum ist das so?
Das Landesmuseum Zürich zeigt zurzeit eine Ausstellung über die Schweiz als Bankenland. Kurator Christian Weiss erklärt, wie das Aufbewahren und Verleihen von Geld in der Schweiz zu einem prägenden Geschäft wurde.
Das Geschäftsmodell der ABS beruht zu einem wesentlichen Teil auf der Vergabe von Krediten an Unternehmen und Immobilien. Carola Niederhauser erklärt, was die ABS dabei anders macht.
Victoria* erhielt ihre erste Betreibung, als sie ihren 18. Geburtstag feierte. Heute, baut sie dank «Neustart» ihre Schulden ab. Emanuela Golzi arbeitet bei der Caritas Neuenburg, wo sie täglich überschuldete Menschen betreut.
Was waren 2025 die Highlights aus Nachhaltigkeitsperspektive? Wie misst die Alternative Bank Schweiz (ABS) ihre Klimawirkung und was hat sie letztes Jahr konkret für die Biodiversität getan?